„Torffrei gärtnern!” – Bundesweite Aktionswoche vom 13. bis 22. März

Moore schützen beginnt im Blumenkasten

Vom 13. bis 22. März 2026 findet zum dritten Mal die bundesweite Aktionswoche „Torffrei gärtnern!” statt – eine Initiative des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH), unterstützt von Handel, Herstellern, Verbänden und Umweltorganisationen. Wer jetzt in die Gartensaison startet, kann direkt vorm eigenen Beet etwas für den Klimaschutz tun: einfach torffreie Erde kaufen.

Torf gehört ins Moor – nicht an unsere Blumen

Viele greifen immer noch – und jede neue Saison wieder aus Gewohnheit oder Desinteresse – zu torfhaltiger Blumenerde, ohne zu wissen, was sie damit anrichten. Torf ist kein beliebig verfügbarer Rohstoff, sondern das Ergebnis jahrtausendealter Prozesse in Mooren: Für einen Meter Torf braucht die Natur rund 1.000 Jahre. Moore bedecken nur etwa 3 Prozent der Landfläche, binden aber mehr Kohlenstoff als alle Wälder der Erde zusammen. Wird Torf abgebaut, gelangt dieser über Jahrtausende gespeicherte Kohlenstoff als CO₂ in die Atmosphäre – und heizt den Klimawandel an. Allein 2023 wurden in Deutschland noch rund 2,6 Millionen Tonnen Torf abgebaut – Platz zwei weltweit. Das muss nicht sein: Im naturnahen Kleingarten ist Torf schlicht überflüssig.
 

Welche Alternativen zu Torf gibt es für meinen Kleingarten, Garten und Balkon?

Torffreie Erden bestehen aus bewährten Komponenten wie Rindenhumus, Holzfasern, Grüngutkompost, Kokosmark und Tonmineralen. Für nahezu jedes Pflanzvorhaben gibt es inzwischen passende torffreie Substrate – von der Anzuchterde bis zur Kübelpflanzenerde. Wer es selbst mischen will: Ein Drittel reifer Kompost, ein Drittel Gartenerde und ein Drittel Sand ergeben eine hervorragende Grundlage. Beim Einkauf gilt: Nur wo „torffrei” draufsteht, ist auch kein Torf drin – „torfreduziert” oder „bio” kann weiterhin hohe Torfanteile bedeuten.

Tipps für die Umstellung

  • Fingerprobe vor dem Gießen: Zwei bis drei Zentimeter tief in die Erde pieken – nur gießen, wenn es sich trocken anfühlt.
  • Lieber öfter, dafür weniger: Torffreie Erde trocknet an der Oberfläche schneller ab – kleine Wassergaben verhindern Staunässe.
  • Düngung anpassen: Erden mit hohem Holzanteil brauchen stickstoffbetonten Dünger; kompostreiche Erden liefern oft schon genug Phosphor.
  • Kompost dazumischen: Reifer Gartenkompost verbessert Struktur, Nährstoffgehalt und Wasserhaltevermögen der torffreien Erde.
  • Gefäße mit Wasserspeicher nutzen: Besonders bei Balkonkästen und Kübeln helfen sie, die Feuchtigkeit gleichmäßig zu halten.
  • Auf den Blauen Engel achten: Das Siegel kennzeichnet ausschließlich vollständig torffreie Produkte und gibt Sicherheit beim Einkauf.

Warum der Verzicht auf Torf so wichtig ist:

Entwässerte Moore sind für rund 7 Prozent der gesamten deutschen Treibhausgasemissionen verantwortlich – so viel wie die gesamte Stahlindustrie. In Deutschland sind über 92 Prozent der Moorflächen trockengelegt. Intakte Moore speichern pro Hektar im Mittel 700 Tonnen Kohlenstoff und damit etwa sechs- bis achtmal mehr als die gleiche Fläche Wald. Der Torfabbau zerstört nicht nur diese Klimaspeicher, sondern auch einzigartige Lebensräume für spezialisierte Tier- und Pflanzenarten wie Sonnentau, Torfmoose und Moorfrösche.

Jede Tüte torffreie Erde, die im Gartencenter oder Baumarkt im Einkaufswagen landet, ist ein kleiner, konkreter Beitrag zum Moor- und Klima- und Landschaftsschutz – direkt vor der eigenen Haustür.

Aus der Pressemitteilung vom 09.12.2025

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