10 Gartenarbeiten im März
Der März 2026 zeigt sich bisher ungewöhnlich mild und sonnig – Hochdruckwetter bestimmt das Bild, die Temperaturen liegen teils bis zu sechs Grad über dem Durchschnitt. Kaum Regen, viel Sonne und kein Märzwinter in Sicht: Ideale Bedingungen, um endlich richtig in die Gartensaison zu starten. Der Boden ist vielerorts bereits frostfrei und lässt sich gut bearbeiten. Ob Rückschnitt, Voranzucht oder Pflanzung – der März stellt die Weichen für das gesamte Gartenjahr. Wer jetzt mit ein bisschen Planung und Köpfchen loslegt, wird im Sommer mit gesunden Pflanzen, reicher Ernte und einem lebendigen Garten belohnt. Also: Handschuhe an und los!
Vielen ist sicherlich bewusst: Gartenarbeiten sind nicht immer klar auf die Monate abgrenzbar und überschneiden sich zeitlich. Viele Tätigkeiten werden einfach auch immer wieder fällig. Daher können sich unsere Tipps auch in Teilen wiederholen oder überschneiden.
Hier sind 10 wichtige Gartenarbeiten im März:
Kräuter schneiden
Kräuter gehören wie Obst und Gemüse zur kleingärtnerischen Nutzung des Gartens. Mehrjährige, verholzende Kräuter wie Thymian, Bergbohnenkraut, Rosmarin oder etwas ausgefallenere Vertreter wie Olivenkraut brauchen jetzt ihren Frühjahrsschnitt, damit sie nicht von unten verkahlen und über die Jahre auseinanderfallen.
Die Regel ist einfach: Die immergrünen Triebe werden um etwa ein Drittel eingekürzt. So bleibt die Pflanze kompakt, verzweigt sich besser und bildet im Sommer deutlich mehr aromatische Blätter. Wichtig ist, dass beim Schnitt immer noch ein grüner Ansatz sichtbar bleibt – wird zu tief ins alte, kahle Holz geschnitten, treibt die Pflanze möglicherweise nicht mehr aus.
Bei Rosmarin reicht es, die Triebspitzen zu kürzen und knapp ins verholzte Gewebe hineinzuschneiden. Thymian und Bergbohnenkraut dürfen etwas beherzter geschnitten werden. Idealerweise wird an einem frostfreien, trockenen Tag geschnitten.
Da in diesem März kaum noch Nachtfröste zu erwarten sind, kann es direkt losgehen. Der Rückschnitt fördert Vitalität und Langlebigkeit der Kräuter – und sorgt dafür, dass unsere Kräuterbeete auch in der dritten oder vierten Saison noch üppig aussehen und gut schmecken.
Lavendel schneiden
Ende März ist der ideale Zeitpunkt für den Lavendelschnitt – die Fröste sind in diesem Jahr so gut wie vorbei, und die Pflanze hat noch nicht mit dem Neuaustrieb begonnen.
Jetzt wird kräftig zurückgeschnitten: bis zu zwei Drittel der Trieblänge dürfen weg. Das klingt radikal, ist aber genau richtig, denn ohne regelmäßigen Schnitt verholzt Lavendel von unten, wird sperrig und kahl und fällt auseinander.
Die Hauptsache ist, – wie auch bei Thymian und Co – dass nach dem Schnitt noch ein grüner Ansatz mit belaubten Triebstücken zu sehen ist. Aus diesen grünen Bereichen treibt der Lavendel dann zuverlässig wieder aus. Bitte nicht ins kahle, braune Holz schneiden, denn dort bilden sich in der Regel keine neuen Triebe mehr. Das Ziel ist eine kompakte, halbkugelige Form, die Licht und Luft ins Innere lässt. So bleibt der Lavendel über viele Jahre buschig, vital und blühfreudig – und belohnt uns im Sommer mit einer Fülle duftender Blüten, die auch Bienen und Schmetterlinge anlocken.
Beerensträucher schneiden und mulchen
Johannisbeeren, Stachelbeeren, Himbeeren und Co. freuen sich jetzt über etwas Aufmerksamkeit. Zunächst steht bei Bedarf ein Auslichtungsschnitt an:
Bei Johannis- und Stachelbeeren werden alte, dunkel gefärbte Triebe bodennah entfernt, um Platz für junge, ertragreiche Triebe zu schaffen.
Bei Himbeeren (Sommerhimbeeren) werden die abgetragenen Ruten des Vorjahres herausgeschnitten, sofern das nicht schon im Herbst erledigt wurde und die Ruten auf dem Boden liegend Gartenbewohnern als Überwinterungsquartiere angeboten wurden.
Anschließend wird gedüngt – ideal ist eine Gabe von reifem Kompost (fünf bis zehn Liter pro Strauch) und zusätzlich eine Handvoll Hornspäne oder organischer Beerendünger. Der März ist dafür der optimale Zeitpunkt, denn die Pflanzen stehen kurz vor dem Austrieb und können die Nährstoffe direkt verwerten.
Abschließend wird der Boden rund um die Sträucher gemulcht – mit Stroh, Rasenschnitt oder gehäckseltem Strauchschnitt. Da Beerensträucher zumeist Flachwurzler sind tut ihnen die Mulchschicht besonders gut und hält die Feuchtigkeit im Boden, unterdrückt Beikraut und fördert das Bodenleben. So starten die Beerensträucher bestens versorgt in die neue Saison.
Erdbeeren pflegen
Bleiben wir bei den Beeren. Allerdings nur dem Namen nach, denn botanisch gesehen sind Erdbeeren Sammelnussfrüchte, da die kleinen Kerne auf der Oberfläche die eigentlichen Früchte darstellen, während der leckere, rote Teil der Blütenboden ist.
Wer also im Herbst nicht dazu gekommen ist, seine Erdbeeren zu pflegen, sollte das jetzt nachholen. Zunächst werden Ableger (Ausläufer) entfernt, die den Mutterpflanzen Kraft rauben. Wer neue Pflanzen möchte, kann kräftige Ableger an einem separaten Standort einpflanzen – Erdbeeren sollten alle drei bis vier Jahre versetzt werden, um Bodenmüdigkeit zu vermeiden. Der Boden rund um die Pflanzen wird vorsichtig gelockert und von Beikraut befreit.
Jetzt ist auch der richtige Zeitpunkt für eine erste Düngung: Gut bewährt haben sich Tomatendünger, reifer Kompost oder gut abgelagerter Pferdemist.
Bei Letzterem ist jedoch Vorsicht geboten – in Wasserschutzgebieten ist der Einsatz von Pferdemist untersagt, und auch generell sollte niemals frischer Mist direkt an die Pflanzen gelangen, da die hohen Stickstoffmengen den Wurzeln schaden können.
Eine dünne Schicht Stroh als Mulch hält den Boden feucht, unterdrückt Beikraut und schützt die späteren Früchte vor Bodenkontakt, Grauschimmel und Fäulnis.
Gemüse vorziehen
Im März nimmt die Voranzucht richtig Fahrt auf. Chili und Auberginen sollten bereits Anfang des Monats in die Anzuchtschalen, denn sie haben eine lange Entwicklungszeit bis zur Ernte.
Auch Mais kann jetzt schon in Töpfen vorgezogen werden, um ihm einen Vorsprung zu verschaffen.
Bei Tomaten gilt: Wer keine Pflanzlampe besitzt und zu Hause kein optimales Südfenster hat, wartet besser bis Ende März – zu früh vorgezogene Tomaten vergeilen schnell und werden lang und schwach. Sechs bis acht Wochen vor dem Auspflanzen ist der ideale Startzeitpunkt. Wer hingegen gute Lichtverhältnisse hat, kann auch schon Mitte März loslegen.
Draußen können jetzt Frühkartoffeln in vorbereitete Beete gebracht und Steckzwiebeln gesteckt werden – beide vertragen kühle Temperaturen gut.
Die Devise bei der Anzucht lautet: Nach dem Aufkeimen möglichst kühl und möglichst hell, damit die Pflanzen gedrungen und kräftig wachsen statt dünn und schwach in die Höhe zu schießen.
Blumen pflanzen, vorziehen oder säen
Der März ist auch der Startschuss für ein blütenreiches Gartenjahr.
Auf der Fensterbank oder im Gewächshaus können jetzt Fuchsschwanz, Grasnelken, Begonien, Fleißiges Lieschen, Löwenmäulchen, Schleierkraut, Sonnenblumen und Tagetes vorgezogen werden. Das Vorziehen gibt den Pflanzen einen Entwicklungsvorsprung, sodass sie später kräftig und gut entwickelt ins Beet gebracht werden können. Auch Kosmeen und Zinnien eignen sich jetzt hervorragend für die Voranzucht.
Direkt ins Freiland ausgesät werden können robuste Arten wie Kornblumen, Wicken und Klatschmohn – sie keimen zuverlässig auch bei noch kühlen Bodentemperaturen.
Wer im Herbst vorgetriebene Tulpen im Topf gekauft oder zu setzen vergessen hat, kann diese jetzt noch ins Beet pflanzen.
Auch Stiefmütterchen und Primeln bringen schon früh Farbe in die Beete. Beim Setzen auf guten Bodenschluss achten und bei Trockenheit angießen – der Rest ergibt sich fast von allein.
Wurzelnackte Gehölze setzen
Neben dem Herbst ist das Frühjahr ist die beste Pflanzzeit für wurzelnackte Gehölze – also Bäume und Sträucher, die ohne Erdballen geliefert werden. Sie sind oft günstiger als Containerware, brauchen aber etwas mehr Aufmerksamkeit beim Pflanzen.
Ganz entscheidend ist der Pflanzschnitt: Da wurzelnackte Pflanzen nur ein reduziertes Wurzelsystem haben, schaffen es die wenigen Wurzeln nicht, eine volle Krone zu versorgen. Daher werden die Triebe um etwa ein Drittel eingekürzt und auch die Wurzeln angeschnitten – beschädigte und zu lange Wurzeln werden sauber zurückgeschnitten, die Schnittflächen zeigen dabei nach unten.
Vor dem Einpflanzen die Wurzeln mindestens eine halbe Stunde wässern. Das Pflanzloch sollte deutlich größer als der Wurzelballen sein, die Erde mit etwas Kompost aufgebessert und nach dem Pflanzen lieber kräftig eingeschlämmt als festgetreten werden, da letztes den Boden zu stark verdichten kann.
Gerade bei neuen Obstgehölzen und Ziersträuchern ist es im Kleingarten wichtig, auf kleinwüchsige Sorten und schwachwachsende Unterlagen zu achten – so bleiben die Gehölze in der Parzelle handhabbar und beschatten die Nachbarn oder das eigene Gemüsebeet nicht übermäßig.
Giersch ernten und trinken
Am Giersch und anderen Wildkräutern scheiden sich immer wieder die Geister: Für die einen ist er das hartnäckigste Unkraut im Garten, für die anderen ein geschätztes Wildgemüse mit feinem, petersilienähnlichem Aroma.
Jetzt im März treiben die ersten hellgrünen, zarten Blätter aus – und genau die sind am leckersten: als Zutat in Salaten, Quiches, Pestos oder einfach als Gierschtee. Zwei Esslöffel frische Blätter mit heißem Wasser aufgießen, fünf bis zehn Minuten ziehen lassen – fertig.
Wer Giersch schätzt, sollte dennoch darauf achten, dass sich die Pflanze nicht unkontrolliert über die Grundstücksgrenze in den Nachbargarten ausbreitet.
Ein schmaler Pflegepfad zwischen Zaun und Gierschfläche kann helfen, die Ausbreitung im Blick zu behalten. Und statt den Nachbarn zum Giersch zu zwingen, lieber dafür begeistern: Einfach mal zu einer Tasse Gierschtee einladen oder ein Stück Gierschquiche über den Zaun reichen – erfahrungsgemäß sind die Argumente am besten, die auch gut schmecken.
Gartenteich vorbereiten
Unser kleiner Teich ist vergangenen Winter wahrscheinlich leider komplett durchgefroren. Die Putzschnecken – Posthornschnecken und Yoda-Schnecken, die wir im vergangenen August als natürliche Bio-Schlammsauger eingesetzt hatten – werden es wohl leider nicht geschafft haben. Das ist sehr schade, aber einige pflegende Handgriffe hätten ich sie uns nicht abnehmen können.
Somit geht es jetzt also an die Grundpflege: Laub und abgestorbene Pflanzenteile werden mit einem Kescher aus dem Wasser gefischt, bevor sie auf dem Grund faulen und das Wasser belasten.
Anschließend steht der Rückschnitt der Uferbepflanzung an – die braunen, abgestorbenen Stängel der Uferpflanzen, die über den Winter bewusst stehengelassen wurden, werden jetzt knapp über der Wasseroberfläche abgeschnitten. Sie dienten den Winter über als Frostschutz und sorgten für den Gasaustausch unter der Eisdecke, falls der Teich nicht ganz durchgefrohren war.
Der Wasserstand sollte geprüft und bei Bedarf mit Regenwasser aufgefüllt werden. Vielleicht nehmen wir auch einen neuen Anlauf mit Putzschnecken, aber vielleicht haben es ja auch welche geschafft, die wir bei der anstehenden Pflege entdecken.
Schneckenschutz besorgen
Bevor die ersten liebevoll herangezogenen oder gekauften Jungpflanzen ins Beet wandern, sollte der Schneckenschutz organisiert sein – denn wenn die Schnecken zuschlagen, kann es über Nacht zu spät sein.
Bei uns haben sich Schneckenkragen aus Metall sehr gut bewährt. Die sind zwar in der Anschaffung etwas teurer als die Kunststoffvariante, dafür aber deutlich langlebiger und tragen kein Plastik in den Garten ein.
Die Kragen werden einfach um die einzelne Pflanze in den Boden geschoben und stellen mit ihrem nach außen gestülpten, überhängenden Rand eine für Schnecken kaum überwindbare Barriere dar. Besonders für Jungpflanzen sind sie ein zuverlässiger Schutz. Gleichzeitig dienen sie als Gießhilfe und kleiner Windschutz.
Wichtig ist, darauf zu achten, dass keine Pflanzenbrücken von außen in den Kragen hineinragen, über die Schnecken doch noch den Weg finden.
Wer größere Flächen schützen möchte, kann alternativ auf Schneckenzäune setzen – auch aus Metall erhältlich und bei konsequenter Installation sehr wirksam. Ganz ohne Chemie, ganz ohne Gift – und gut für alle Gartenbewohner.