10 Pflanzen die gegen Mücken helfen können
Bilder: Tim Wendland, Tim Wendland mit Nano Banana
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Wenn der Sommerabend zur Stichfrage wird
Kaum sitzt man abends draußen, sind sie da: Stechmücken, angezogen vom Kohlendioxid unseres Atems, von Körperwärme und Hautgeruch. Weibliche Mücken benötigen Blut für ihre Eientwicklung und stechen deshalb Menschen und Tiere. Viele Gärtnerinnen und Gärtner greifen deshalb zu duftenden Kräutern, die in der Nähe des Sitzplatzes gepflanzt werden. Doch was leisten diese Pflanzen tatsächlich, und wo liegen die Grenzen?
Duft hilft, ist aber keine Vollschutz
Ätherische Öle in Kräutern wie Citronella, Minze oder Thymian zeigten in Laborversuchen durchaus abschreckende Wirkung auf Mücken. Im Freien wirken sie jedoch nur kleinflächig und kurzzeitig, besonders wenn Blätter bewegt oder gerieben werden. Für einen verlässlichen Schutz bei starkem Mückenaufkommen bleiben geprüfte Repellentien, lange Kleidung und das Vermeiden von Brutstätten aber wichtiger als jede Topfpflanze.
Wer sich dennoch ein paar der folgenden Pflanzen zur Unterstützung an die Terrasse, auf den Balkon oder in den Blumenkasten vor dem Fenster pflanzen möchte, hier geben wir einen kurzen Überblick über die bekanntesten Pflanzen und ihre – nicht nur mückenabschreckenden – Eigenschaften.
Zitronengras für große Kübel
Zitronengras (Cymbopogon citratus) benötigt viel Wärme, einen sonnigen, windgeschützten Platz und gleichmäßig feuchte, aber durchlässige Erde. Da das tropische Gras keinen Frost verträgt, gedeiht es am zuverlässigsten in einem großen Kübel, der vor kalten Herbstnächten ins Haus geholt wird. Die langen Blätter können scharfkantig sein. Verwendet werden vor allem die verdickten Stängelansätze für Currys, Suppen, Marinaden und Kräuteraufgüsse. Sein intensiver Zitrusduft tritt besonders beim Berühren oder Anschneiden der Blätter hervor.
Duftgeranie am Terrassenrand
Duftgeranien sind eigentlich Pelargonien und werden in zahlreichen Duftvarianten angeboten. Für diesen Zweck eignen sich vor allem Sorten mit Zitronen- oder Limettenaroma. Sie brauchen volle Sonne, ein lockeres, durchlässiges Substrat und mäßige Wassergaben; dauerhaft nasse Wurzeln vertragen sie nicht. Regelmäßiges Entspitzen fördert einen buschigen Wuchs. Die Pflanzen sind nicht winterhart und müssen hell sowie frostfrei überwintert werden. Ihr Duft sitzt überwiegend in den Blättern und wird durch Wärme, Berührung oder sanftes Reiben freigesetzt.
Katzenminze für sonnige Beetränder
Echte Katzenminze (Nepeta cataria) ist eine robuste, winterharte Staude für sonnige Standorte mit durchlässigem Boden. Nach dem Einwachsen kommt sie auch mit trockenen Phasen zurecht und benötigt nur wenig Pflege. Ein Rückschnitt nach der ersten Blüte hält die Pflanze kompakter und kann einen zweiten Austrieb fördern. Mit einer Höhe und Breite von bis zu etwa einem Meter braucht sie mehr Raum als niedrige Ziersorten. Die aromatischen Blätter und Blüten eignen sich besonders für naturnahe Beete; blühende Katzenminze ist zudem eine wertvolle Nahrungsquelle für Insekten.
Pfefferminze für halbschattige Plätze
Pfefferminze (Mentha × piperita) wächst in Sonne und Halbschatten, bevorzugt aber einen humosen, gleichmäßig frischen bis feuchten Boden ohne Staunässe. Weil sie sich kräftig über unterirdische Ausläufer verbreitet, steht sie im Garten am besten in einem ausreichend großen Topf oder in einer Wurzelsperre. Nach der Blüte kann sie bodennah zurückgeschnitten werden und treibt anschließend wieder aus. Die Blätter lassen sich frisch oder getrocknet für Tee, Wasser, Desserts, Salate und herzhafte Speisen verwenden.
Basilikum für warme Sitzplätze
Basilikum (Ocimum basilicum) liebt Wärme und einen sonnigen, vor kaltem Wind und Dauerregen geschützten Standort. Es wächst am zuverlässigsten in einem Gefäß mit lockerer, nährstoffreicher und gut durchlässiger Erde. Das Substrat sollte gleichmäßig feucht bleiben, ohne dass der Topf im Wasser steht. Durch regelmäßiges Ernten der Triebspitzen verzweigt sich die Pflanze und bildet länger junge Blätter; Blütenansätze werden für eine reiche Blatternte entfernt. Basilikum eignet sich unter anderem für Tomatengerichte, Salate, Pesto und Kräuteröle.
Lavendel für trockene Standorte
Echter Lavendel (Lavandula angustifolia) braucht volle Sonne und einen mageren, mineralischen sowie ausgesprochen durchlässigen Boden. Schwere Erde sollte mit Splitt oder grobem Sand verbessert werden; im Kübel sind große Abzugslöcher besonders wichtig. Nach dem Anwachsen ist Lavendel trockenheitsverträglich, Topfpflanzen benötigen im Sommer dennoch gelegentlich Wasser. Ein Rückschnitt direkt nach der Blüte hält den Halbstrauch kompakt, sollte jedoch nicht tief ins alte, blattlose Holz reichen. Blüten und Triebe eignen sich für Duftsäckchen, Trockensträuße und eine duftende Einfassung der Sitzecke.
Rosmarin für Küche und Terrasse
Rosmarin (Salvia rosmarinus) gedeiht an einem warmen, vollsonnigen Standort in leichter, durchlässiger und eher nährstoffarmer Erde. Besonders im Winter reagiert er empfindlich auf Staunässe, weshalb sich bei schweren Böden ein Hochbeet oder die Kübelkultur empfiehlt. Ein leichter Schnitt nach der Blüte erhält den dichten Wuchs; stark verholzte Pflanzen treiben nach radikalem Rückschnitt nicht immer zuverlässig aus. Die immergrünen Zweige können ganzjährig geerntet und frisch oder getrocknet für Kartoffeln, Brot, Gemüse, Marinaden und Grillgerichte verwendet werden.
Heiligenkraut für magere Böden
Silberblättriges Heiligenkraut (Santolina chamaecyparissus) ist ein niedriger, immergrüner Halbstrauch für heiße, vollsonnige und trockene Plätze. Ideal sind kalkhaltige, sandige oder steinige Böden mit sehr gutem Wasserabzug. Im Kübel sollte das Substrat mit mineralischem Material abgemagert werden. Nach der gelben Sommerblüte hält ein mäßiger Rückschnitt die Pflanze dicht und kugelig; nicht tief in kahle alte Triebe schneiden. Das silbergraue Laub eignet sich für mediterrane Pflanzungen, niedrige Einfassungen und Duftbeete, getrocknete Zweige traditionell auch für Duftsäckchen.
Gewürzstrauch als Duftgehölz
Der Echte Gewürzstrauch (Calycanthus floridus) unterscheidet sich von den übrigen Arten durch seinen deutlich größeren Platzbedarf: Je nach Sorte kann er etwa 2,5 bis 4 Meter hoch und breit werden. Er bevorzugt einen geschützten Standort in Sonne oder Halbschatten sowie humusreiche, frische, aber durchlässige Erde. Geschnitten wird bei Bedarf unmittelbar nach der Blüte; störende Wurzelausläufer lassen sich im Frühjahr entfernen. Blüten, Blätter und Rinde verströmen einen würzigen Duft nach Zimt, Kampfer und Gewürznelke. Die Stärke variiert je nach Pflanze. Die Samen enthalten giftige Alkaloide und dürfen nicht verzehrt werden.
Zitronenthymian für Topf und Kräuterspirale
Zitronenthymian (Thymus × citriodorus) wächst kompakt und passt deshalb gut an Wegränder, in Kräuterspiralen, Steingärten und Balkonkästen. Er braucht einen warmen, sonnigen Platz sowie leichte, sandige oder steinige Erde mit hervorragendem Wasserabzug. Dünger und Wasser sind nur sparsam nötig; vor allem winterliche Nässe kann Wurzelfäule verursachen. Ein leichter Rückschnitt nach der Blüte hält den Halbstrauch dicht. Die zitronig schmeckenden Blätter können ganzjährig geerntet werden und passen zu Fisch, Gemüse, Salaten, Marinaden und Kräuterbutter.
Sinnvolle Pflanzgruppen
Für einen sonnigen, eher trockenen Terrassenbereich lassen sich Lavendel, Rosmarin, Zitronenthymian und Heiligenkraut gut miteinander kombinieren, da ihre Ansprüche ähnlich sind. Pfefferminze braucht dagegen mehr Feuchtigkeit und sollte wegen ihrer Ausläufer einen eigenen Topf erhalten. Basilikum, Duftgeranie und Zitronengras bilden beispielsweise eine wärmeliebende Kübelgruppe, müssen aber frostfrei beziehungsweise als einjährige Pflanzen kultiviert werden. Der Gewürzstrauch gehört wegen seiner späteren Größe nicht in diese Kübelgruppe, sondern als dauerhaftes Gehölz in den Hintergrund der Sitzecke.
Vorbeugung und Behandlung von Mückenstichen
Der wirksamste Schutz beginnt bei den Brutstätten: Regentonnen sollten dicht abgedeckt und Untersetzer, Gießkannen oder Folienfalten nach Regen konsequent geleert werden, da Mücken stehendes Wasser für ihre Entwicklung benötigen. Ein Ventilator am Sitzplatz erschwert den Anflug zusätzlich deutlich.
Bei hohem Mückenaufkommen sind geprüfte Hautrepellents nach Packungsangabe verlässlicher als unbelegte Naturmittel. Ist der Stich bereits erfolgt, ist Kühlen die bewährte Sofortmaßnahme: Ein in ein Tuch gewickeltes Kühlpad oder ein kalter, feuchter Waschlappen für mindestens 20 Minuten mindert Schwellung und Juckreiz zuverlässig. Bei anhaltendem Juckreiz können Apotheke oder ärztliche Praxis zu Antihistaminikum oder Hydrocortisoncreme beraten.
Wichtig: Ätherische Öle nie unverdünnt auf die Haut auftragen, da sie Reizungen oder Kontaktallergien auslösen können; bei Kindern, Schwangeren oder bekannter Duftstoffallergie ist besondere Zurückhaltung geboten.
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