Hitze im Garten – Tipps für Mensch, Tier und Pflanze

Abhilfe bei Hitze im Kleingarten: Eine weiße Gartenbank im Schatten unter einem Fliederbusch umringt von grünen Pflanzen. Weitere Details in der Beschreibung.

Foto: Tim Wendland mit Adobe Firefly

Hochsommer im Kleingarten: Temperaturen über 35 Grad, flimmernde Luft, kein Wind. Was für uns schon anstrengend ist, ist auch für Wildtiere eine echte Belastungsprobe. Denn während Menschen einfach schwitzen und damit Verdunstungskälte erzeugen, fehlt vielen Tieren diese Fähigkeit schlicht und einfach.

Ihr Fell oder Federkleid hält zwar warm, leitet Hitze aber kaum ab. Steigen die Temperaturen anhaltend über 30 Grad, geraten vor allem kleinere Tiere, Jungvögel und Insekten schnell an ihre physiologischen Grenzen. Wasser und Schatten sind für sie genauso überlebenswichtig wie für uns.

Was tun Wildtiere um sich abzukühlen?

Die Natur hat natürlich vorgesorgt – zumindest für einen Teil der Arten. Füchse und Vögel hecheln, um Körperwärme über die Atemwege abzugeben, da ihnen Schweißdrüsen fehlen. Amseln oder Rabenkrähen sitzen bei Hitze mit weit geöffnetem Schnabel da und atmen schnell ein und aus – beim sogenannten Kehlsackhecheln wird dabei die Oberfläche zur Wärmeabgabe vergrößert.

Feldhasen und Kaninchen nutzen ihre langen, gut durchbluteten Ohren als körpereigene Klimaanlage: Die Löffel geben Körperwärme an die Umgebung ab.

Wespen setzen auf technisch beeindruckendes Kühlen durch Verdunstungskälte – sie befeuchten ihr Papiernest, fächeln mit den Flügeln und halten so auch im Hochsommer die Nesttemperatur konstant bei rund 30 Grad.

Viele andere Tiere tun, was auch wir tun: Sie verlagern ihre Aktivität in die kühleren Morgen- und Abendstunden, suchen Schatten und ziehen sich ins Dickicht zurück.

Tipps für heiße Tage – für Menschen und Tiere im Garten

Tiere machen vieles einfach instinktiv richtig. Nun sollten wir Menschen nicht unablässig hecheln, da uns davon schnell schwummerig wird. Und wir alle wissen, wenn uns Mutti die Ohren langgezogen hat, waren die zwar warm und haben Hitze abgegeben, aber kühler wurde uns davon nicht. Dennoch gibt es ein paar Dinge, die wir den Tieren abgucken können. 

Für Kleingärtnerinnen und Kleingärtner

  • Früh oder spät arbeiten – Was Tieren gut tut, kann auch uns helfen: (Garten)Arbeit in den kühlen Morgen- oder Abendstunden erledigen, die Mittagshitze meiden
  • Viel trinken – Wasser, ungesüßte Tees oder Fruchtschorlen sind die besten Begleiter; etwas besonderes wäre eine selbstgemachte Kirschlimonade; leichte Kost entlastet zusätzlich den Kreislauf
  • Kopf schützen – Hut oder Kopfbedeckung ist Pflicht, dazu Sonnencreme und lockere, helle Kleidung
  • Kühle Orte aufsuchen – schattige Plätze im Garten aktiv nutzen; ein nasses Tuch im Nacken oder ein kühles Fußbad wirken Wunder
  • Schattenecke anlegen – einen bisher wenig genutzten Platz unter einem Baum oder neben einer Hecke als sommerlichen Lieblingsplatz herrichten; denn Bumschatten ist unserer Erfahrung nach immer kühler als jener unter Sonnensegel oder Markise
  • Boden mulchen – Rasenschnitt oder Rindenmulch auf offene Beete auftragen, damit der Boden nicht austrocknet und weniger gegossen werden muss
  • Früh gießen – Pflanzen am frühen Morgen gießen, nicht mittags; Boden und Wurzeln bewässern, nicht das Blattwerk

Nachdem wir dafür gesorgt haben, dass wir einen kühlen Kopf bewahren, hier ein paar Vorschläge, wie wir auch Fauna und Flora ein bisschen unterstützen können. 

Für die Tierwelt im Garten

  • Vogeltränke aufstellen – eine flache Schale (Keramikuntersetzer, Suppenteller) mit max. 3–5 cm Wassertiefe an einem gut einsehbaren, schattigen Platz aufstellen – nicht im Gebüsch, damit Katzen keine Chance haben
  • Täglich reinigen – Vogeltränken jeden Tag mit heißem Wasser und einer Bürste reinigen und neu befüllen; kein Spülmittel verwenden. Bei kranken oder toten Vögeln in der Nähe: Tränke sofort entfernen
  • Insekten mitdenken – einen rauen, aus dem Wasser ragenden Stein in die Schale legen, damit Bienen und andere Insekten sicher trinken können, ohne zu ertrinken
  • Igel & Co. nicht vergessen – die Wasserschale bodennah zugänglich machen, damit auch Igel und andere Bodentiere trinken können
  • Schatten schaffen – Sonnensegel, Sonnenschirme, besser noch dichte Kletterpflanzen an Pergolen oder Schattenecken bieten nicht nur Menschen, sondern auch Tieren Rückzugsorte
  • Keine schlafenden Tiere stören – wer tagsüber ein Reh, einen Hasen oder Igel im Schatten findet: einfach in Ruhe lassen. Das Tier schläft wahrscheinlich nicht, sondern kühlt sich ab

Inspiriert von der Pressemeldung des NABU vom 23.06.2026. Ergänzt mit Perplexity und von unserer Redaktion bearbeitet.

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