Mehlschwalbe ist Vogel des Jahres 2027

Nahansicht des Zählhilfeformulars für die Stunde der Wintervögel auf einem Klemmbrett. Eine Hand hält das Brett, während die rechte Hand es mit einem Bleistift ausfüllt. Foto: NABU/S. Hennigs

Foto: NABU_S. Hennigs

Das war die Wahl zum Vogel des Jahres 2027

Die Mehlschwalbe ist Vogel des Jahres 2027 und hat die öffentliche Wahl klar gewonnen. 148.506 Menschen beteiligten sich an der Aktion von NABU und dem Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern (LBV); 67.050 Stimmen beziehungsweise 45,2 Prozent entfielen auf die kleine Sommerbotin.

Sie löst im Januar 2027 das Rebhuhn ab und rückt damit einen Vogel in den Mittelpunkt, der eng mit Gebäuden, Siedlungen und einer lebenswerten Umwelt verbunden ist.

Deutlicher Wahlsieg

Der Trauerschnäpper erreichte mit 33.181 Stimmen und 22,3 Prozent den zweiten Platz. Es folgten Kolkrabe, Wasseramsel und Kranich:

  1. Mehlschwalbe: 67.050 Stimmen (45,2 Prozent)
  2. Trauerschnäpper: 33.181 Stimmen (22,3 Prozent)
  3. Kolkrabe: 22.587 Stimmen (15,2 Prozent)
  4. Wasseramsel: 16.074 Stimmen (10,8 Prozent)
  5. Kranich: 9.614 Stimmen (6,5 Prozent)

Die fünf Arten standen vom 8. September bis zum 15. Oktober zur Wahl. Mit der mittlerweile siebten öffentlichen Abstimmung setzen NABU und LBV die seit 2021 praktizierte Beteiligung fort.

Sommergast an Häusern

Die Mehlschwalbe ist ein Zugvogel und kehrt im Frühjahr aus ihren afrikanischen Überwinterungsgebieten zurück. Ihre napfförmigen Nester baut sie bevorzugt unter Dachvorsprüngen an Gebäuden – damit lebt sie besonders nah bei uns Menschen.

Genau diese Nähe ist auch ihr Problem: Sanierungen, glatte Fassaden und die Entfernung von Nestern nehmen der Mehlschwalbe Brutplätze. Der Bestand in Deutschland ist rückläufig; NABU hebt deshalb hervor, wie wichtig der Schutz bestehender Nester und geeignete Nistmöglichkeiten sind.

Gut für Kleingärten

Kleingartenanlagen können für Mehlschwalben wichtige Jagdräume sein. Über offenen Flächen, Wegen, Wiesen, Teichen und blühenden Gärten finden die geschickten Flieger kleine Insekten, die sie im Flug erbeuten.

Für uns Gartenfreundinnen und Gartenfreunde heißt das vor allem:

  • Insektenfreundlich gärtnern und auf chemisch-synthetische Pestizide verzichten.
  • Blühflächen, heimische Gehölze, kleine Wasserstellen und möglichst vielfältige Strukturen erhalten.
  • Lehmige, feuchte Stellen für den Nestbau dulden oder eine kleine Lehmpfütze anbieten.
  • Vorhandene Schwalbennester an Vereinsheimen, Lauben oder Nebengebäuden nicht entfernen; sie sind geschützt.
  • Bei Konflikten mit Kot unter Nestern ein Kotbrett anbringen, statt die Brutplätze zu beseitigen.

Die Wahl zeigt: Naturschutz beginnt nicht erst in großen Schutzgebieten. Auch eine lebendige Kleingartenanlage mit Blüten, Insekten und Nistplätzen kann ein Stück Sommerlebensraum für die Mehlschwalbe sein.

Kotbrett: Sauberkeit unter dem Schwalbennest

Schwalben am Haus sind willkommen – ihre Hinterlassenschaften auf Terrasse und Fensterbank weniger. Ein Kotbrett fängt den herabfallenden Kot auf und schützt die Flächen darunter vor Verschmutzung. Dafür genügt ein unbehandeltes Holzbrett, etwa 25 bis 30 Zentimeter tief, das rund 60 Zentimeter unterhalb des Nestes befestigt wird; der Anflug muss frei bleiben. Wählt man eine falsche Höhe, nutzen die Schwalben die Bretter sogar manchmal um weitere Nester darunter zu bauen.  

Montage und Reinigung gehören in die Zeit außerhalb der Brut, am besten nach dem Wegzug im Herbst oder vor der Rückkehr im Frühjahr. Beim Säubern Handschuhe tragen, eingetrockneten Kot vorsichtig anfeuchten und anschließend die Hände gründlich waschen.

Der gesammelte Schwalbenkot lässt sich als Blumendünger verwenden. Für bodennah reifendes Gemüse ist er dagegen nicht geeignet – dort sollte er wegen des möglichen Kontakts mit den essbaren Pflanzenteilen nicht eingesetzt werden.

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