10 Gartenarbeiten im Februar
Der Februar markiert den Übergang vom Winter zum Vorfrühling. Die Tage werden spürbar länger, und auch wenn die Temperaturen oft noch zwischen Minus- und Plusgraden schwanken, beginnt die Natur bereits zu erwachen. Für Kleingärtnerinnen und Kleingärtner ist der Februar ein wichtiger Monat: Jetzt werden die Weichen für die kommende Gartensaison gestellt. Wer im Februar die richtigen Vorbereitungen trifft, erspart sich später Stress und kann sich über eine erfolgreiche Ernte freuen. Besonders wichtig: Bis Ende Februar müssen bestimmte Arbeiten abgeschlossen sein, denn ab 1. März beginnt die gesetzliche Vogelschutzzeit.
Vielen ist sicherlich bewusst: Gartenarbeiten sind nicht immer klar auf die Monate abgrenzbar und überschneiden sich zeitlich. Viele Tätigkeiten werden einfach auch immer wieder fällig. Daher können sich unsere Tipps auch in Teilen wiederholen oder überschneiden.
Hier sind 10 wichtige Gartenarbeiten im Februar:
Ordnung in der Saatgutbox
Spätestens jetzt ist es Zeit, die Saatgutbox durchzusehen und zu sortieren. Am besten ordnet man die Tütchen nach Aussaatdatum – so hat man beim Start der Saison sofort im Blick, was als Erstes gesät werden kann.
Dabei gilt es auch einen kritischen Blick auf das Haltbarkeitsdatum zu werfen. Beispielsweise ist Petersilie bekannt dafür, dass die Keimfähigkeit bereits nach einem Jahr stark nachlässt. Auch andere Samen verlieren mit der Zeit an Keimkraft. Weit überfälliges Saatgut kann man entweder aussortieren oder – wenn man unsicher ist – eine Keimprobe machen: Einfach ein paar Samen auf feuchtem Küchenpapier auslegen und schauen, wie viele nach einer Woche keimen. So spart man sich später Enttäuschungen im Beet.
Gleichzeitig ist jetzt auch ein guter Zeitpunkt, um parallel zur Beetplanung zu prüfen, was noch fehlt, und rechtzeitig neues Saatgut zu besorgen – sei es über Tauschbörsen, im Fachhandel oder bei spezialisierten Saatgutinitiativen wie dem VERN oder Dreschflegel, die alte und regionale Sorten kultivieren und verkaufen. Auch wir können damit zur Erhaltung alter Sorten beitragen. Darüber hinaus werden zum Beispiel auch Kurse zur Saatgutvermehrung im eigenen Garten angeboten.
Beetplanung
Der Februar bietet die perfekte Gelegenheit, in Ruhe die Beetplanung für die kommende Saison vorzunehmen. Während draußen noch Winterruhe herrscht, kann man sich drinnen mit Fruchtfolge und Fruchtwechsel auseinandersetzen.
Welche Kultur stand letztes Jahr wo? Wo sollten dieses Jahr Starkzehrer wie Kohl oder Tomaten hin, wo Schwachzehrer wie Salat und Kräuter? Eine durchdachte Planung verhindert Bodenmüdigkeit und reduziert Krankheiten.
Dabei muss es gar nicht kompliziert sein: Trotz aller digitalen Planungstools – ein simpler handgezeichneter Plan auf Papier tut es oft auch. Der Vorteil: Man behält relativ einfach den Überblick, ohne sich in unzähligen Funktionen zu verlieren. Denn bei allem anfänglichen Enthusiasmus für Apps fehlt manchmal später der lange Atem, sich durch komplexe Bedienungen zu kämpfen.
Also: Eine einfache Skizze mit Notizen zu Pflanzfamilien, Starkzehrern und guten Nachbarn (Mischkultur) reicht vollkommen aus, um erfolgreich durch die Saison zu kommen.
Bodenbearbeitung, Hochbeete und Pflanzgefäße befüllen
Die Bodenbearbeitung im Februar erfordert Fingerspitzengefühl und vor allem ein gutes Gespür für den richtigen Zeitpunkt. Der Boden sollte weder zu nass noch gefroren sein. Ein einfacher Test zeigt, ob der Boden bereit ist: Eine Handvoll Erde zusammendrücken – lässt sie sich leicht wieder auseinanderkrümeln, ist die Feuchtigkeit ideal. Ist der Boden jedoch schlammig, nass oder klebt stark an den Schuhen, heißt es: Geduld haben und noch warten. Zu feuchten Boden zu betreten bedeutet Verdichtung – und das schadet der Bodenstruktur nachhaltig. In diesem Fall ist es besser, die Beete noch ein paar Tage oder Wochen ruhen zu lassen.
Ende Februar, wenn die Bedingungen stimmen, können die Beete dann schonend mit der Grabegabel gelockert werden. Das ist bodenschonender als das mittlerwieile veraltete Umgraben mit dem Spaten.
Auch Hochbeete und Pflanzgefäße können jetzt befüllt werden – eine gute Schichtung mit grobem Material unten, Kompost in der Mitte und feiner Erde oben sorgt für gute Wachstumsbedingungen.
Erste Saaten
Auch wenn es draußen noch winterlich aussieht, kann im Februar bereits mit den ersten Aussaaten begonnen werden – vorausgesetzt, die Bedingungen stimmen. Im Freiland können bei frostfreiem Boden bereits Dill, Petersilie, frühe Erbsen und frühe Möhren ausgesät werden. Auch Dicke Bohnen (Ackerbohnen) vertragen Kälte gut und können schon früh ins Beet, um der Schwarzen Bohnenlaus zuvorzukommen – die Pflanzen sind dann schon kräftig, wenn die Läuse aktiv werden.
Im Gewächshaus oder Frühbeet erweitert sich das Spektrum deutlich: Kohlrabi, Pflücksalat, Porree, Rotkohl, Asiakohl, Radieschen und Spinat können hier bereits ausgesät werden.
Die Anzucht im Haus sollte dagegen erst gegen Ende Februar beginnen, und auch dann nur bei ausreichend Licht. Möglichst kühl und möglichst hell lautet die Devise, damit die Pflanzen nicht vergeilen, wobei – abhängig von der jeweiligen Kultur – zur Keimung oft zuerst etwas höhere Temperaturen nötig sind. Ergänzendes Pflanzlicht kann hier sehr hilfreich sein. Für Tomaten ist März oft der bessere Zeitpunkt – zu früh vorgezogene Pflanzen werden lang und schwach.
Stauden teilen
Der Februar ist ein guter Zeitpunkt, um Stauden zu teilen – besonders gegen Ende des Monats, wenn die Frostperioden seltener werden. Viele Stauden profitieren von einer regelmäßigen Teilung alle drei bis fünf Jahre: Sie werden dadurch verjüngt, blühen wieder üppiger und breiten sich nicht unkontrolliert aus. Jetzt, in der Wachstumsruhe, sind die Pflanzen gut zu erkennen, und die Wurzelballen lassen sich leichter bearbeiten als im Sommer. Sommerblühende Stauden wie Phlox, Taglilien oder Funkien (Hosta) werden idealerweise im zeitigen Frühjahr geteilt, während Frühjahrsblüher besser im Herbst an die Reihe kommen.
Die Vorgehensweise ist einfach: Die Staude mit einem Spaten großzügig ausheben, den Wurzelballen mit dem Spaten, einem scharfen Messer oder bei lockeren Ballen auch per Hand teilen, alte und abgestorbene Teile entfernen und die Teilstücke an neuen Standorten wieder einpflanzen. Anschließend gut angießen – und schon hat man aus einer Pflanze mehrere gemacht, die den eigenen Garten oder die Gärten von Nachbarn und Freunden bereichern.
Unerwünschte Pflanzen in Schach halten
Der Februar bietet die Chance, unerwünschte Pflanzen anzugehen, bevor sie im Frühling mit voller Kraft loslegen. Gerade jetzt, in der Wachstumsruhe, sind Problempflanzen wie Efeu, Brombeeren, kriechender Hahnenfuß oder Quecke noch gut zu erkennen und leichter zu bekämpfen. Ohne die dichte Laubmasse des Sommers sieht man genau, wo sich die Wurzeln ausbreiten, und kann gezielt vorgehen.
Bei Brombeeren ist es wichtig, die Pflanzen mitsamt Wurzelwerk zu entfernen, denn sie wurzeln überall dort, wo ihre Triebe den Boden berühren – lässt man sie gewähren, hat man bald den ganzen Garten voller Brombeeren.
Auch Efeu und Hahnenfuß sollten gründlich ausgegraben werden, um ein erneutes Austreiben zu verhindern. Quecke mit ihrem hartnäckigen Wurzelsystem erfordert besondere Geduld: Jedes Wurzelstück kann neu austreiben, daher ist sorgfältiges Ausgraben essentiell. Wer jetzt die Zeit investiert, erspart sich später im Jahr viel Mühe und hat mehr Freiraum für die gewünschten Kulturen.
Der Februar ist ideal für alle Reparaturarbeiten im Garten, die während der Vegetationsperiode gerne aufgeschoben werden.
Jetzt ist die Zeit, um das Gewächshaus gründlich zu überprüfen: Sind alle Scheiben heil? Gibt es Risse oder undichte Stellen? Funktionieren Fenster und Lüftungsmechanismen? Gerade nach frostigen Nächten können Materialien gelitten haben. Auch Frostschäden an anderen Gartenstrukturen sollten jetzt behoben werden, bevor sie sich verschlimmern. Morsche Hochbeete können ausgebessert oder gleich neu gebaut werden – so sind sie rechtzeitig zur Pflanzzeit einsatzbereit.
Auch die Gartengeräte verdienen Aufmerksamkeit: Spaten, Hacken und Scheren sollten gereinigt, geschärft und bei Bedarf geölt werden. Ein gut gewartetes Werkzeug erleichtert die Arbeit enorm und schont die eigenen Kräfte. Diese Vorbereitungsarbeiten mögen auf den ersten Blick banal erscheinen, doch sie zahlen sich in der Hauptsaison aus, wenn alles reibungslos funktioniert.
Nisthilfen für Vögel aufhängen
Wenn Nistkästen aufhängt werden sollen, ist es ratsam dies möglichst früh im Jahr tun. Viele Singvogelarten, besonders Meisen, beginnen bereits ab Februar mit der Revierschau und suchen geeignete Brutplätze. Wer jetzt Nistkästen anbringt, erhöht die Chancen deutlich, dass diese in der kommenden Brutsaison auch besiedelt werden. Spätestens Ende Februar sollten die Kästen hängen, aber auch im April ist es für Zugvögel wie Gartenrotschwanz oder Trauerschnäpper noch nicht zu spät.
Nistkästen sind nicht nur im Frühjahr nützlich – sie dienen vielen Vogelarten auch als Überwinterungsplatz und Schutz vor kalten Nächten. Die Kästen sollten in 2 bis 3 Metern Höhe mit leicht nach vorne geneigtem Einflugloch in Richtung Osten oder Südosten aufgehängt werden, um sie vor starkem Wind und praller Mittagssonne zu schützen.
Mit Nistkästen leisten Kleingärtnerinnen und Kleingärtner einen wertvollen Beitrag zum Vogelschutz – und die gefiederten Helfer revanchieren sich, indem sie Schädlinge wie Blattläuse und Raupen vertilgen.
Der Februar ist die letzte Chance für starke Rückschnitte an Hecken, Gebüschen und Gehölzen – denn ab dem 1. März bis zum 30. September gilt laut § 39 Bundesnaturschutzgesetz ein Verbot für das radikale Zurückschneiden oder auf den Stock setzen von Hecken. Dieses Verbot dient dem Schutz brütender Vögel und anderer Tiere, die in Hecken und Gehölzen ihre Nist- und Lebensräume haben. Wer also plant, eine Hecke stark zurückzuschneiden, zu verjüngen oder auf den Stock zu setzen – beispielsweise um sie komplett neu aufzubauen –, muss das bis spätestens 28. Februar erledigt haben. Eine Fristverlängerung ist nicht möglich.
Wichtig: Schonende Form- und Pflegeschnitte, also das Zurückschneiden der jährlichen Zuwächse, sind ganzjährig erlaubt. Dennoch sollte man auch bei diesen leichteren Arbeiten immer prüfen, ob sich bereits Nester in der Hecke befinden. Die Zeit der Vegetationsruhe zwischen Oktober und Februar ist ohnehin am besten für Heckenschnitte geeignet. Wer diese Frist verpasst, muss bis Oktober warten – oder riskiert ein Bußgeld