Laubsauger und Laubbläser: Viel Lärm für wenig Nutzen
Foto: Tim Wendland mit Nanao Banana
Inhalt
Kurz erklärt
Laubsauger und Laubbläser versprechen schnelle Ordnung auf Wegen, Rasenflächen und in Parks. Im Kleingarten sind sie jedoch selten die beste Wahl: Die Geräte verursachen Lärm, verbrauchen Energie und können Staub, Pilzsporen sowie weitere Partikel aufwirbeln. Laubsauger mit Häckselfunktion gefährden Kleintiere unmittelbar. Für die üblichen Laubmengen auf kleinen und mittleren Gartenflächen sind Besen, Rechen und Harke meist die leisere, kostengünstigere und gezieltere Lösung.
Was im Kleingarten sinnvoll ist
Laub auf Wegen, Treppen und Gemeinschaftsflächen sollte aus Sicherheitsgründen regelmäßig zusammengerecht werden. Nasses Laub kann auf glatten Belägen rutschig sein. Für trockenes Laub reichen meist ein breiter Besen, ein Laubrechen oder eine Harke. Feuchtes Laub lässt sich mit motorisierten Geräten häufig schlecht lösen; das Umweltbundesamt empfiehlt für diesen Fall ausdrücklich die Handarbeit.
Bei sehr großen öffentlichen Grünflächen kann der Einsatz akkubetriebener Geräte im Einzelfall vertretbar sein, wenn große Mengen trockenes Laub bewegt werden müssen. Für Kleingärten ist das kein allgemeiner Maßstab. Dort ist es meist sinnvoller, das Laub gezielt zusammenzurechen und anschließend als Mulch, Kompostmaterial oder Struktur für eine ruhige Gartenecke weiterzuverwenden.
Laubsauger und Laubbläser im Klein- und Hausgarten
Warum die Geräte problematisch sind
Laubsauger und Laubbläser sind vor allem ein Lärmproblem. Nach Angaben des Umweltbundesamtes erreichen sie im Betrieb etwa 90 bis 120 Dezibel. Das entspricht ungefähr der Lautstärke einer Kettensäge oder eines Presslufthammers. Diese Belastung betrifft die Person am Gerät ebenso wie Nachbarinnen, Nachbarn und Tiere in der Gartenanlage.
Hinzu kommt die Luftbelastung. Geräte mit Verbrennungsmotor geben Schadstoffe unmittelbar an die Umgebung ab. Der starke Luftstrom wirbelt außerdem bereits abgelagerten Staub auf. Dazu kommen Pollen, Pilzsporen, Mikroben, Tierkot oder anderer Unrat aus der Bodenschicht. Für Menschen mit Allergien oder Atemwegserkrankungen kann das besonders unangenehm sein. Wer empfindlich reagiert, sollte den Einsatz vermeiden oder Abstand halten.
Auch Tiere geraten in den Luftstrom. NABU nennt für Laubsauger Luftgeschwindigkeiten von bis zu 160 Kilometern pro Stunde und Saugleistungen von bis zu zehn Kubikmetern pro Minute. Damit verschwinden nicht nur Blätter: Spinnen, Käfer, Regenwürmer, Asseln und weitere Kleintiere können erfasst oder aus ihren Verstecken vertrieben werden. Geräte mit Häckselfunktion stellen laut Umweltbundesamt eine tödliche Gefahr für kleine Gartentiere wie Frösche, Spinnen und Regenwürmer dar.
Eine Untersuchung der Technischen Universität Graz aus dem Jahr 2013, auf die der BUND Naturschutz verweist, kam bei der Reinigung von Wegen und Straßen zu einem deutlichen Ergebnis: Laubbläser wirbelten sechs- bis zehnmal so viel Feinstaub auf wie ein Besen. Das ist kein allgemeiner Messwert für jeden Untergrund und jedes Gerät. Die Untersuchung verdeutlicht aber, warum ein Besen gerade auf befestigten Flächen die sauberere Lösung sein kann.
Lärm und Regeln und Regeln zu Lärm
In Wohngebieten gelten für besonders lärmintensive Geräte wie Laubbläser und Laubsauger grundsätzlich engere Betriebszeiten. Sie dürfen an Werktagen in der Regel nur von 9 bis 13 Uhr und von 15 bis 17 Uhr eingesetzt werden; an Sonn- und Feiertagen ist der Betrieb nicht erlaubt. Zusätzlich können Landesrecht, kommunale Regeln sowie Gartenordnung oder Pachtvertrag weitere oder strengere Vorgaben enthalten.
Für Kleingartenanlagen lohnt sich deshalb ein Blick in die eigene Gartenordnung. Vereine können über Ruhezeiten, lärmintensive Arbeiten und gute Nachbarschaft informieren. Wer ein Gerät dennoch nutzt, sollte die zulässigen Zeiten beachten, Rücksicht auf angrenzende Parzellen nehmen und den Einsatz auf wirklich notwendige Fälle begrenzen.
Praktisch entscheiden
Der Beitrag ergänzt „Herbstlaub: Lebensraum, kein Gartenabfall“. Dort geht es darum, wo Laub im Garten wertvoll bleibt und wie es als Mulch, Kompostmaterial oder Winterquartier genutzt werden kann. Hier stehen die Geräte im Mittelpunkt: Lärm, aufgewirbelte Stoffe, Gefahren für Kleintiere, Betriebszeiten und die Frage, wann motorisierte Hilfe überhaupt sinnvoll ist.
Für die Praxis heißt das: Erst klären, ob Laub aus Sicherheitsgründen entfernt werden muss. Dann mit Besen, Rechen oder Harke arbeiten und das Material sinnvoll im Garten weiterverwenden. Im Kleingarten reicht Handarbeit in den meisten Fällen aus – und ermöglicht, Laub nur dort zu entfernen, wo es wirklich stört.
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