10 Gartenarbeiten im September
Der September markiert einen der wichtigsten Wendepunkte im Kleingartenjahr. Während die Sommerhitze allmählich abklingt und die ersten Herbstboten sich ankündigen, öffnet sich ein großes Aktivitätenfenster für nachhaltige Gartenarbeiten. Die Bodentemperaturen sind noch angenehm warm, doch die Luftfeuchtigkeit nimmt zu – optimale Bedingungen für Pflanzung, Pflanzenschutz und Bodenverbesserung. Die Wochen sind erfüllt von Ernte, Reinigung und Vorbereitung: Viele Gemüse sind nun erntereif, gleichzeitig müssen wir die Sommerkulturen abräumen und können den Garten langsam auf das neue Jahr vorbereiten. Der September ist daher die Zeit der bewussten Übergänge – zwischen Fülle und Rückzug, zwischen Abschluss und Neubeginn. Wer jetzt umsichtig handelt, legt den Grundstein für einen gesunden und vitalen Garten in den kommenden Monaten und schafft gleichzeitig wertvollen Lebensraum für Natur und Nützlinge.
Vielen ist sicherlich bewusst: Gartenarbeiten sind nicht immer klar auf die Monate abgrenzbar und überschneiden sich zeitlich. Viele Tätigkeiten werden einfach auch immer wieder fällig. Daher können sich unsere Tipps auch in Teilen wiederholen oder überschneiden.
Hier sind 10 wichtige Gartenarbeiten im September:
Rhabarber pflanzen und umsetzen
Der Herbst – insbesondere September und Oktober – ist die beste Zeit, um Rhabarber neu zu pflanzen oder umzusetzen. Die Staude steht gern sonnig bis halbschattig, bevorzugt tiefgründigen, lockeren und humusreichen Boden. Beim Umsetzen ältere Stauden teilen und darauf achten, dass jede Teilwurzel mindestens eine kräftige Knospe besitzt. Nach dem Einsetzen die Pflanze gut angießen und für eine ertragreiche Ernte im nächsten Jahr im Frühjahr mit Kompost versorgen.
Neue Obstgehölze pflanzen
Frisch gepflanzte Obstgehölze haben im Herbst beste Startbedingungen. Der Boden ist noch warm, die Wurzelbildung wird unterstützt. Vor dem Pflanzen lohnt sich eine genaue Bodenprüfung, insbesondere der pH-Wert sollte passend zu Apfel, Birne & Co. gewählt werden. Obstgehölze jetzt setzen, ordentlich wässern und eine Mulchschicht aufbringen, schützt die jungen Pflanzen vor Winterstress. Jetzt aber nicht mehr düngen – das Holz sollte ausreifen und robust in die kalte Jahreszeit gehen.
Nach der Ernte – Bodenanalyse, Prüfung, Verbesserung
September ist der ideale Zeitpunkt, um den Gartenboden zu prüfen und gezielt zu verbessern. Eine Bodenanalyse bringt Klarheit über Nährstoffgehalt der Hauptnährstoffe, den Humusgehalt und den pH-Wert und – je nach Anbieter – auch Spurenelemente, Schwermetalle oder Schadstoffe. Für die Probe werden an mehreren Stellen kleine Bodenproben entnommen und entweder mit Testkits oder im Labor analysiert. Kompost und organische Dünger verbessern grundsätzlich die Bodenstruktur und fördern das Bodenleben. Fließen nun auch noch die Erkenntnisse aus der Bodenanalyse mit ein kann das Beet mit gezielten Maßnahmen optimal für Herbstpflanzungen oder auch schon fürs nächste Jahr vorbereitet werden. Besonders nach der Ernte lohnt es sich, ausgelaugte Flächen zu lockern und mit Mulch zu schützen, oder mit einer Gründüngung zu unterstützen – dann startet das nächste Gartenjahr mit frischer Kraft.
Nach der Ernte – Bodenpflege
Aufbauend auf den Ergebnissen der Bodenanalyse können weitere Maßnahmen der Bodenpflege vorgenommen werden.
Gründüngung vornehmen: Ausführlicher im folgenden Abschnitt.
Kompost ausbringen: Jetzt ist ein idealer Zeitpunkt, um gut verrotteten Kompost auf abgeerntete Flächen auszubringen. Kompost verbessert die Bodenstruktur, versorgt den Boden mit Nährstoffen und fördert Humusbildung sowie die Aktivität von Regenwürmern und Bodenmikroorganismen. Das Wirken letzterer trägt auch zu einem lockereren Boden und einer verbesserten Bodenstruktur bei.
Boden mulchen: Offene Flächen lassen sich auch mit Mulchmaterial wie Grasschnitt oder gehäckselten Pflanzenresten bedecken. Das erhält die Feuchtigkeit, schützt die Bodenstruktur, fördert das Bodenleben und verhindert eine Austrocknung und Erosion.
Boden eher schonend bearbeiten und lockern: Verdichtete Stellen können durch vorsichtiges Hacken oder Lockern wieder durchlässig gemacht werden. Das verbessert die Wasseraufnahme und fördert das Wurzelwachstum.
Nach der Ernte – Gründüngung
Ist ein Beet nun ganz oder teilweise abgeerntet und keine weiter Kultur geplant, kann dem Boden noch viel Gutes getan werden, um seine Ruhezeit aktiv zu unterstützen und ihn schon jetzt auf das nächste Jahr vorzubereiten.
Auf jeden Fall sollten freigewordene Beete nicht brachliegen. Dies spielt potenziell nur der Bodenerosion, dem Abbau von Humus und unerwünschtem Bewuchs in die Karten. Hier kann gezielt mit Gründüngungspflanzen wie Phacelia, Gelbsenf, Lupinen, Klee oder Winterwicke gearbeitet werden. Diese Pflanzen lockern den Boden, aktivieren das Bodenleben und verhindern Erosion sowie Verschlämmung. Zudem unterdrücken sie Unkraut und dienen Bienen als späte Nahrungsquelle. Außerdem wird der Boden mit Nährstoffen angereichert, insbesondere Stickstoff bei Leguminosen.
Leguminosen sind Pflanzen, die in Symbiose mit Knöllchenbakterien an ihren Wurzeln leben. Diese binden den Luftstickstoff und bringen ihn so in den Boden ein. Grüne Bohnen gehören beispielsweise auch dazu. Daher ist es sinnvoll, die Pflanzen nach der Ernte nicht einfach auszureißen, sondern knapp über dem Boden abzuschneiden. So verbleiben die Wurzeln und der gebundene Stickstoff im Boden, was den Boden mit dem Nährstoff anreichert und ihn lockert.
Unser Favorit ist eindeutig Phacelia, auch Bienenfreund. Da er zu keiner typischen Gemüsefamilie gehört, ist seine Kultur vor oder nach jeder Gemüseart unbedenklich.
Dagegen gehört beispielsweise Senf wie Kohl zu den Kreuzblütlern. Dies muss bei der Wahl der Gründungen bedacht werden, um gattungstypischen Krankheiten wie Kohlhernie nicht ungewollt zu fördern.
Lavendel schneiden
Der Herbstschnitt ist für Lavendel ein essenzieller Pflegeschritt und unterscheidet sich grundlegend vom stärkeren Frühjahrsschnitt. Nach der Blüte – zwischen Juli und September – werden beim Herbstschnitt überwiegend die jungen, grünen Triebe und verwelkten Blütenstände entfernt, niemals jedoch ins alte, verholzte Holz geschnitten. Die Pflanze dankt dies mit kompaktem, vitalem Wuchs und bleibt über den Winter robust: Ein zu später oder zu tiefer Schnitt kann die Frosthärte verringern oder sogar zum Absterben führen.
Im Frühjahr erfolgt dagegen der radikale Verjüngungsschnitt. Hier kann je nach Zustand der Pflanze bis zu zwei Drittel der Trieblänge entfernt werden, solange mindestens ein Blattpaar stehen bleibt – die sogenannte 2/3-Faustregel. Dies fördert eine dichte, kugelige Form und verhindert langfristig das Verkahlen. Beim Herbstschnitt gilt die mildere 1/3-Faustregel: Als Orientierung können die Blütenstängel mit ein paar Blättern eingekürzt werden.
Für große Lavendelbestände darf gern zur Heckenschere gegriffen werden – das geht zügig und schafft gleichmäßige Konturen. Nach beiden Schnitten empfiehlt sich eine gezielte Bewässerung und eine Gabe organischen Düngers. So unterstützt man die Regeneration und erhält einen widerstandsfähige, blühfreudige Lavendelbestand.
Rasen vertikutieren
Der optimale Zeitpunkt zum Vertikutieren des Rasens liegt im Frühjahr (April bis Ende Mai) und im Frühherbst (Mitte September bis Mitte Oktober). In diesen Phasen befindet sich der Rasen in der Wachstumsperiode, wodurch er sich nach der Maßnahme zügig regenerieren kann. Der Rasen sollte vor dem Vertikutieren mindestens zweimal gemäht sein und der Boden trocken, aber nicht ausgetrocknet. Im Hochsommer, besonders während starker Hitze oder intensiver Nutzung, sollte auf das Vertikutieren verzichtet werden, da der Rasen sich dann nur schwer erholen kann und ein erhöhtes Risiko für Trockenschäden besteht.
Im Herbst dient das Vertikutieren zur Belüftung des Rasens und zur Entfernung von Moos und Filz, damit der Rasen widerstandsfähig in den Winter geht. Nach dem Vertikutieren empfiehlt sich eine Nachsaat sowie eine kaliumbetonte Düngung, damit die Gräser robust und frostresistent bleiben.
Das bedeutet im Frühjahr, sobald der Boden Temperaturen über 10–12°C erreicht, und im September, solange noch ausreichend Wärme und Feuchtigkeit vorhanden sind, ist Vertikutieren sinnvoll. Der Rasen sollte anschließend regelmäßig bewässert werden, damit die Wurzeln kräftig nachwachsen können.
Pflanzenschutz: Nematoden gegen Apfelwickler
Ein wahrer Geheimtipp im Pflanzenschutz: Gegen Apfelwickler helfen SF-Nematoden – jetzt, nach der Apfelernte, werden sie direkt an den Baumstämmen ausgebracht. Das feuchte Herbstklima bietet den winzigen Helfern die besten Bedingungen, die Larven der Apfelwickler effektiv zu befallen und deren Population im folgenden Jahr zu reduzieren. Idealerweise wird die Behandlung bei Nieselregen oder abends vorgenommen. Im Frühjahr und Frühsommer kann die Nematoden-Kur durch den Einsatz von Fallen ergänzt werden – biologischer Pflanzenschutz ohne Gift, aber mit großer Wirkung.
Werkzeuge und Geräte pflegen
Bevor die Gartensaison zu Ende geht, verdienen Werkzeuge Aufmerksamkeit. Jetzt sorgfältig reinigen – angetrockneter Erdreste und Pflanzenreste werden gründlich entfernt. Metallteile mit Öl schützen, um Rost zu verhindern. Holzstiele werden mit Pflegemitteln behandelt, lose Schrauben und Muttern nachgezurrt. Auch elektrische Geräte wie Heckenscheren oder Rasenmäher sollten gereinigt und, wenn möglich, gewartet werden. So bleiben die Helfer für den nächsten Frühling einsatzbereit und ermöglichen präzises Arbeiten ohne Ausfälle und andere Überraschungen.
Marmelade, Dörrautomat und mehr
Der September bringt oft einen Überfluss an Früchten – Marmelade, Gelees und Chutneys sind großartig, aber manchmal stößt man an Grenzen. Hier kommt der Dörrautomat ins Spiel: Mit wenig Aufwand können beispielsweise Äpfel, Birnen, Pflaumen oder Beeren, sogar Tomaten, Paprika und andere Gemüse als Trockenobst/-gemüse oder Fruchtleder haltbar gemacht werden. Die Früchte werden gewaschen, in Scheiben geschnitten und mehrere Stunden langsam getrocknet. Durch die Wahl einer geringen Temperatur bleiben die Nährstoffe erhalten und der Vorgang ist dadurch und durch die Menge sogar oft günstiger als gekaufte Produkte. Außerdem ist beim eigenen Garten absolut klar, woher das Produkt kommt und was drin steckt. Das Ergebnis: fruchtige Snacks, fettärmere Gemüsechips, hausgemachtes Brühpulver und vieles mehr. So kann uns der Geschmack der Gartensaison noch bis weit in den Winter oder das nächste Jahr Freude machen.