Tag des Igels am 2. Februar

Ein Igel schaut aus einem bunten, herbstlichen Laubhaufen heraus. Im Hintergrund sind unscharf ein paar Hecken europäischer Gehölze in einer Kleingartenszenerie zu sehen. Detaillierte Beschreibung unten.

Worum es geht

Am 2. Februar wird jährlich der Tag des Igels begangen um auf die Bedrohung dieser stacheligen Gartenbewohner aufmerksam zu machen. Der Braunbrustigel (Erinaceus europaeus), einst häufiger Gast in unseren Gärten, steht seit 2024 auf der Vorwarnliste gefährdeter Säugetiere und wurde von der Weltnaturschutzunion IUCN als „potenziell gefährdet” eingestuft. Die Populationen sind in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen – in Bayern und Flandern sogar um 50 Prozent. Hauptursachen sind der Verlust strukturreicher Lebensräume, intensive Landwirtschaft, versiegelte Flächen, Zerschneidung durch Zäune sowie Gefahren durch Mähroboter, Rattengift und Straßenverkehr.
 

Was getan werden kann

Im Kleingarten können wir dem Igel durch Schaffung strukturreicher Lebensräume gezielt helfen.

  • Laub- und Reisighaufen bieten Unterschlupf und Winterquartiere.
  • Heimische Hecken aus Holunder, Liguster, Pfaffenhütchen, Hartriegel oder Wildrose dienen als Verstecke und Nahrungsquellen.
  • Durchlässe in Zäunen von mindestens 10 x 10 cm sind wichtig, damit Igel zwischen den Parzellen wechseln können.
  • Flache Wasserschalen und Ausstiegshilfen an Gartenteichen verhindern das Ertrinken.
  • In Kleingärten eher selten, aber nicht unwichtig: Verzicht auf Mähroboter nachts sowie Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel und Rattengift schützt die Tiere.

Und etwas genauer

Der Igel ist ein echter Kulturfolger, der ursprünglich strukturreiche Feldfluren bewohnte, sich aber zunehmend in Siedlungsgebiete zurückzieht, weil ihm in der ausgeräumten Agrarlandschaft Lebensraum und Nahrung fehlen. Als nachtaktiver Insektenfresser ernährt er sich von Käfern, Würmern, Schnecken und Larven – Arten, die durch den massiven Insektenrückgang ebenfalls bedroht sind.

Wichtig zu wissen: Aufgeräumte Gärten ohne Wildwuchs, Laubhaufen und Hecken bieten ihm keinerlei Rückzugsmöglichkeiten mehr. Kleingärten können daher als „ökologische Inseln” fungieren. Wer etwa eine dichte Hecke aus heimischen Gehölzen pflanzt, deren Äste den Boden berühren, schafft ideale Bedingungen. Totholzhecken aus aufgeschichteten Ästen, Reisig und Laub dienen als Winterquartier und Tagesschlafplatz. Wichtig ist auch, Laubhaufen und Kompost vor dem Umsetzen zu überprüfen, um schlafende Igel nicht zu stören. Wer zusätzlich naturnahe Wiesenflächen mit Wildblumen stehen lässt, fördert Insekten als Nahrungsgrundlage. 

Kleingärtner, die bereits grundlegende Strukturen geschaffen haben, können erweiterte Maßnahmen ergreifen: Igelhäuser aus Holz an geschützten Stellen aufstellen, Trockenmauern als Unterschlupf anlegen oder gezielt stachelige Heckenpflanzen wie Wildrosen setzen, die Fressfeinde fernhalten. Durch Verzicht auf Laubsauger und Laubbläser bleibt die Bodenfauna intakt. Zudem sollten Baugruben, Kellerschächte und Pools (sofern erlaubt) abgedeckt oder mit Ausstiegshilfen versehen werden. 

Wieder aufgepäppelte Tiere – beispielsweise aus Igelschutzstationen – müssen irgendwann wieder ausgebildet werden. Hier bieten sich unsere Kleingartenanlagen an. Der Landesverband Sachsen der Kleingärtner wurde bereits angesprochen, Auswilderungsprojekte für Igel zu unterstützen – ein wichtiges Signal für den Artenschutz. 

Der Tag des Igels am 2. Februar ist somit ein dringender Appell: Jeder Kleingarten kann durch ein paar wenige Maßnahmen zum Refugium für das bedrohten Stacheltier werden.

 

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